Die angekündigte Schließung des Logistikstandorts von in bedeutet für rund 2.700 Beschäftigte und ihre Familien einen tiefen Einschnitt. Viele stehen von einem Tag auf den anderen vor existenziellen Fragen. Als Fraktion stehen wir solidarisch an der Seite der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ihre Sorgen und Unsicherheiten müssen jetzt im Mittelpunkt stehen.
In dieser Situation halten wir es für wichtig, die Verantwortung aller Beteiligten sachlich und fair zu betrachten. Entscheidungen großer Unternehmen über Standorte haben weitreichende soziale Folgen. Verlässliche Arbeitsverhältnisse brauchen Transparenz, Planungssicherheit und eine ernsthafte Verantwortung gegenüber den Beschäftigten – gerade in Krisensituationen.
„Die Stadt Erfurt steht nun vor der Aufgabe, die Menschen bestmöglich zu unterstützen und Perspektiven zu eröffnen“, erklärt Jana Rötsch, Mitglied im Ausschuss für Ordnung, Sicherheit, Ortsteile und Ehrenamt. „Zalando hat einen Sozialplan angekündigt und signalisiert, Verantwortung übernehmen zu wollen. Entscheidend wird nun sein, wie dieser Sozialplan konkret ausgestaltet wird und ob die Unterstützung bei den Beschäftigten tatsächlich ankommt. Das werden wir aufmerksam begleiten.“
Gleichzeitig sehen wir Anlass, die wirtschaftliche Aufstellung der Stadt nüchtern zu reflektieren.
„Erfurt hat in den vergangenen Jahren stark auf große Logistikansiedlungen gesetzt“, sagt Christian Prechtl, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Beteiligung. „Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie wichtig es ist, Risiken mitzudenken und auf Veränderungen vorbereitet zu sein. Diese Fragen sollten nun sachlich ausgewertet werden.“
Für uns als Fraktion steht dabei nicht die Zuspitzung im Vordergrund, sondern eine verantwortungsvolle Einordnung der Situation.
„Im Moment geht es vor allem darum, die Betroffenen nicht allein zu lassen“, betont Steffen Präger, Fraktionsvorsitzender von Mehrwertstadt. „Zugleich kann die aktuelle Situation Anlass sein, langfristig über wirtschaftliche Stabilität und Vielfalt in Erfurt nachzudenken – ohne vorschnelle Schlussfolgerungen.“
Die Schließung des Zalando-Standorts ist ein schwerer Einschnitt für viele Menschen. Jetzt kommt es darauf an, soziale Verantwortung ernst zu nehmen, Unterstützung wirksam zu organisieren und die notwendigen Lehren mit Augenmaß zu ziehen.


